Whirlpool-Fallstudie
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Analysieren, Integrieren, Teilen: drei Schritte zu mehr Effizienz im Vertriebsnetzwerk
Penske führte 1999 eine erste Analyse des Whirlpool-Vertriebsnetzwerks durch, um die optimale Anzahl an regionalen und lokalen Vertriebszentren zu ermitteln. Unter Anwendung einer bewährten Simulationsstudie der ausgehenden Lieferungen fand Penske zunächst heraus, dass insgesamt acht regionale und 54 lokale Vertriebszentren mit einer Gesamtlagerfläche von 1.006.800 m2 benötigt werden, um die Anforderungen an das komplexe Betriebsnetzwerk von Whirlpool zu erfüllen. Die Einrichtung zweier zusätzlicher regionaler Vertriebsnetzwerke wurden empfohlen und nach einer weiteren von Penske durchgeführten kontinuierlichen Simulationsstudie akzeptiert.
Whirlpool und Penske arbeiteten eng zusammen, um die Nutzung und Umwandlung der bestehenden und neu eingerichteten Anlagen zu maximieren und ein optimales Netzwerkkonzept zu realisieren. Die regionalen Vertriebszentren wurden für die Bewältigung von ca. 59.000 Verkaufseinheiten pro Monat und eine Bevorratung mit 3.000 verschiedenen Produkttypen konzipiert. Die lokalen Vertriebszentren sollten keine Lagerhaltung beinhalten, sondern lediglich die verschiedenen Lieferungen zusammenführen.
Nachdem eine optimale Menge Vertriebszentren vorhanden war, die strategisch über die gesamten USA verteilt waren, wandte Penske sich dem Transportnetzwerk zu. Penske hatte Whirlpools eigene Lieferflotte - bekannt als Quality Express - als Teil seines Vertrages mit Whirlpool übernommen.
Als Teil des Übergangsprozesses stellte Penske die Fahrer von Whirlpool ein und wies sie in das optimierte Liefer- und Abholsystem ein. Darüber hinaus stattete Penske die Lkw-Flotte mit neuen Technologien aus, die einen Echtzeitüberblick über die Supply Chain vermitteln sollten. Penske installierte Qualcomm-Satelliten-Überwachungsgeräte in jeder Zugmaschine. Die Unterschriften der Warenempfänger sowie alle Informationen über eventuelle Transportschäden wurden mithilfe von PDAs erfasst. Die erfassten Unterschriften wurden als Liefernachweis an eine zentrale Whirlpool/Penske-Datenbank weitergeleitet, um von dort aus schnell und einfach von den Mitarbeitern der Kundendienstabteilung abgerufen werden zu können.
Zusätzlich zu den Liefertechnologien implementierte Penske eine Reihe weiterer IT-Systeme, um Whirlpools Auftragsbearbeitungsprozess weiter zu optimieren und zu integrieren. Zu diesen Technologien zählen unter anderem:
- SAP: unternehmensweite Datenbanken für Vertriebs-, Logistik-, Finanz- und Rechnungsdaten. Das System wird zur Verwaltung und Überwachung von Aufträgen entlang der gesamten Supply Chain angewendet.
- LOGICS & LOGICS LITE: Lagerverwaltungssystem, das in Produktionsstätten und Vertriebszentren eingesetzt wird.
- DCS: Schadenbearbeitungssystem, das die Erfassung, Protokollierung und Bearbeitung aller Schadensmeldungen ermöglicht.
- LMS: Penskes eigenes Logistics Management System, das betriebliche Funktionen wie etwa die Optimierung des Personalbestands und der Ressourcen sowie das Berichtswesen verwaltet.
- StreetView: Penskes eigenes Routen- und Terminplanungssystem für regionale und lokale Vertriebszentren.
- i2 Transportation Optimizer: Programm das Lieferprozesse durch die Automatisierung der Spediteurs- und Dienstleistungsauswahl, der Bearbeitung von Kundendienstanfragen und Abrechnungsfunktionen verwaltet.
Mithilfe der alle Daten des Auftragsbearbeitungsprozesses erfassenden IT-Systeme hat Penske Whirlpool eine völlig neue Übersicht über die komplexe Supply Chain ermöglicht. Bestellungen wurden nun von SAP in den Verkaufsstellen entgegengenommen, an Penskes Logistics Management System übermittelt und dann für die Routenplanung an die regionalen Vertriebszentren gesendet.
Lieferorte, die an der Route der Quality Express-Flotte lagen, wurden von Penskes StreetView-Software gesteuert. Alle anderen Aufträge wurden durch den i2 Transportation Optimizer bearbeitet und über normale Spediteure versandt. Die Routen der Lkw-Flotte und der lokalen Transporte wurden über Whirlpools LOGICS System miteinander verbunden. Die Liefererfüllungs- und Lieferinformationen einschließlich der GPS-Daten und der aktualisierten Ankunftszeiten wurden daher mit Penskes Logistics Management System verknüpft, während die PDAs den Warenempfang und eventuelle Schäden bestätigten.
"Penske Logistics bietet uns die Plattform, die Technologie und die Ausführung, die wir brauchen, um erstklassige Vertriebsdienstleistungen zu erbringen und unsere Strategie der Ertragsgenerierung zu verfolgen. Vom ersten Tag an war dies eine wirklich kooperative Partnerschaft."
Steve Whalen, director of supply chain operations, Whirlpool Corporation
Zusätzlich zu dem optimierten Vertriebs- und Transportnetzwerk empfahl Penske noch eine weitere Strategie zur Senkung der allgemeinen Supply Chain-Kosten von Whirlpool. Whirlpool sollte sein ausgedehntes Netzwerk mit Drittkunden teilen. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um Abnehmer von Haushaltsgeräten. Whirlpool sollte vielmehr sein Vertriebs- und Transportnetzwerk anderen Herstellern zur Verfügung stellen, die mit ähnlichen logistischen Problemen zu kämpfen hatten. Penske und Whirlpool könnten mit diesen Drittkunden im Bereich der Bestandsverwaltung und Warenlieferung zusammenarbeiten. Das Ergebnis wäre eine neue Ertragsquelle, die Whirlpools Supply Chain-Kosten weiter senken könnten.
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Unerwartete Ergebnisse und vielversprechende Aussichten